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Ein Stück Zeitungspapier
Ernst Meister (1911-1979)
Liegt herum, gilb,
wurde gebraucht,
bei Zittergras
räkelt es sich.
Zerknüllt
Nachrichten, Tode,
der Wind
beschnuppert sie.
Schlaf ein, mein Kind,
mein Kind, schlaf ein
und laß dich's nicht verdrießen,
daß wir beim Fernsehlampenschein
die Abendruh genießen.
Und schlägt's dir in den Kinderschlaf
wie Blitz und Donner ein,
dann weißt du gleich:
nun schießt man scharf!
Das muß ein Krimi sein!
Schlaf ein, mein Kind,
schlaf ruhig ein
und denk dir nichts dabei.
Es kann ja nur der Mörder sein,
hörst du ein Mordgeschrei!
Und falls wir bei' nem Bankraub sind,
dieweil du friedlich pennst:
Es handelt sich, glaub mir, mein Kind,
um Taten, die du kennst,
und die du oft schon ferngesehn,
wenn Gangster an die Arbeit gehn
und nebenan, im Fernsehraum,
Maschinenpistolen knallen.
Du brauchst nicht aus dem süßen Traum
und aus dem Bettchen fallen,
in das du dir vor Schreck gemacht.
Was auch geschieht im Fernsehschein,
es kann nur Mord und Totschlag sein!
Und daher: Gute Nacht!
A newspaper is a collection of half injustices
Which, bawled by boys from mile to mile,
Spreads its curious opinion
To a million merciful and sneering men,
While families cuddle the joys of the fireside
When spurred by tale of dire lone agony.
A newspaper is a court
Where everyone is kindly and unfairly tried
By a squalor of honest men.
A newspaper is a market
Where wisdom sells its freedom
And melons are crowned by the crowd.
A newspaper is a game
where his errors scores the player victory
While another's skill wins death.
A newspaper is a symbol;
It is feckless life's chronicle,
A collection of loud tales
Concentrating eternal stupidities,
That in remote ages lived unhaltered,
Roaming through a fenceless world.
Da hatt ich einen Kerl zu Gast,
Er war mir eben nicht zur Last,
Ich hatt just mein gewöhnlich Essen,
Hat sich der Kerl pumpsatt gefressen,
Zum Nachtisch, was ich gespeichert hatt.
Und kaum ist mir der Kerl so satt,
Tut ihn der Teufel zum Nachbarn führen,
Über mein Essen zu räsonieren:
"Die Supp hätt können gewürzter sein,
Der Braten brauner, firner der Wein".
Der Tausendsackerment!
Schlagt ihn tot, den Hund!
Es ist ein Rezensent.
It comes in black
and blue, indecisive
beige. In red and
chaperones my life.
It tats the day, crocheting
other peoples lifes
in neat arrangements
ignoring me
busy with the hemming
of strangers overlong affairs or
the darning of my
neigbours worn out
dreams.
From Monday,
the morning of the week
through mid-times
noon and Sundays dying
light. It sits silent.
Its needle sound
does not transfix
my ear
0r draw my longing to
a close.