poŽzie in beweging

vraag 7

Der Handschuh

Friedrich von Schiller (1759-1805)

 

Vor seinem Löwengarten,
Das Kampfspiel zu erwarten,
Saß König Franz,
Und um ihn die Großen der Krone,
Und rings auf hohem Balkone
Die Damen in schönem Kranz.
Und wie er winkt mit dem Finger,
Auf tut sich der weite Zwinger,
Und hinein mit bedächtigem Schritt
Ein Löwe tritt
Und sieht sich stumm
Ringsum
Mit langem Gähnen
Und schüttelt die Mähnen
Und streckt die Glieder
Und legt sich nieder.

 

Und der König winkt wieder,
Da öffnet sich behend
Ein zweites Tor,
Daraus rennt
Mit wildem Sprunge
Ein Tiger hervor.
Wie der den Löwen erschaut,
Brüllt er laut,
Schlägt mit dem Schweif
Einen furchtbaren Reif
Und recket die Zunge,
Und im Kreise scheu
Umgeht er den Leu,
Grimmig schnurrend,
Drauf streckt er sich murrend
Zur Seite nieder.

 

Und der König winkt wieder:
Da speit das doppelt geöffnete Haus
Zwei Leoparden auf einmal aus,
Die stürzen mit mutiger Kampfbegier
Auf das Tigertier;
Das packt sie mit seinen grimmigen Tatzen,
Und der Leu mit Gebrüll
Richtet sich auf, da wirds still;
Und herum im Kreis,
Von Mordsucht heiß,
Lagern die greulichen Katzen.
Da fällt von des Altans Rand
Ein Handschuh von schöner Hand
Zwischen den Tiger und den Leun
Mitten hinein.

 

Und zu Ritter Delorges spottender Weis',
Wendet sich Fräulein Kunigund:
'Herr Ritter, ist Eure Lieb so heiß,
Wie Ihr mirs schwört zu jeder Stund',
Ei, so hebt mir den Handschuh auf!'
Und der Ritter im schnellem Lauf,
Steigt hinab in den furchtbarn Zwinger
Mit festem Schritte,
Und aus der Ungeheuer Mitte
Nimmt er den Handschuh mit keckem Finger.
Und mit Erstaunen und mit Grauen
Sehen's die Ritter und Edelfrauen,
Und gelassen bringt er den Handschuh zurück.
Da schallt ihm sein Lob aus jedem Munde,
Aber mit zärtlichem Liebesblick-
Er verheißt ihm sein nahes Glück-
Empfängt ihn Fräulein Kunigunde,
Und er wirft ihr den Handschuh ins Gesicht:
'Den Dank, Dame, begehr' ich nicht!'

La Belle Dame Sans Merci

John Keats (1795-1821)

 

O, what can ail thee, knight-at-arms,
Alone and palely loitering?
The sedge is wither'd from the lake,
And no birds sing.

 

O, what can ail thee, knight-at-arms,
So haggard and so woe-begone?
The squirrel's granary is full,
And the harvest's done.

 

I see a lily on thy brow,
With anguish moist and fever dew;
And on thy cheek a fading rose
Fast withereth too.

 

I met a lady in the meads
Full beautiful --- a faery's child;
Her hair was long, her foot was light,
And her eyes were wild.

 

I made a garland for her head,
And bracelets too, and fragrant zone;
She look'd at me as she did love,
And made sweet moan.

 

I set her on my pacing steed,
And nothing else saw all day long;
For sideways would she lean, and sing
A faery's song.

 

She found me roots of relish sweet,
And honey wild, and manna dew;
And sure in language strange she said,
'I love thee true.'

 

She took me to her elfin grot,
And there she wept and sighed full sore,
And there I shut her wild sad eyes
With kisses four.

 

And there she lulled me asleep,
And there I dream'd --- ah! woe betide! ---
The latest dream I ever dreamt
On the cold hill side.

 

I saw pale kings, and princes too,
Pale warriors, death-pale were they all;
They cried --- 'La Belle Dame sans Merci
Hath thee in thrall!'

 

I saw their starved lips in the gloam
With horrid warning gaped wide,
And I awoke, and found me here
On the cold hill side.

 

And this is why I sojourn here,
Alone and palely loitering;
Though the sedge is wither'd from the lake,
And no birds sing.

L'Épitaphe Villon

François Villon (1431-?)

 

(Maakte hij op het moment dat hij verwachtte opgehangen te gaan worden. Hij is er vandoor gegaan, verbannen, daarna is niets
meer van hem vernomen.)

 

Frères humains, qui après nous vivez,
N'ayez les cuers contre nous endurcis,
Car si pitié de nous povres avez
Dieu en aura de vous plus tost merci;
Vous nous voyez cy attachez, cinq, six;
Quant de la chair, que trop avons nourrie,
Elle est pièça dévorée et pourrie,
Et nous, les os, devenons cendre et pouldre.
De nostre mal personne ne s'en rie,
Mais priez Dieu que tous nous veuille absouldre.


Se vous clamons frères, pas n'en devez
Avoir desdaing, quoyque fusmes occis
Par justice. Toutesfois, vous sçavez
Que tous hommes n'ont pas bon sens rassis.
Excusez-nous, puisque sommes transis,
Envers le Fils de la Vierge Marie.
Que sa grâce ne soit pour nous tarie,
Nous préservant de l'infernale fouldre;
Nous sommes mors, âme ne nous harie,
Mais priez Dieu que tous nous veuille absouldre.

 

La pluye nous a débüez et lavez.
Et le soleil desséchiez et noircis.
Pies, corbeaulx, nous ont les yeux cavez,
Et arraché la barbe et les sourciz,
Jamais nul temps nous ne sommes assis;
Puis çà, puis là, comme le vent varie,
A son plaisir sans cesser nous charie,
Plus becquetez d'oyseaulx que dez à couldre
Ne soiez donc de nostre confrairie,
Mais priez Dieu que tous nous veuille absouldre,

Prince Jhesus, qui sur tous a maistrie,
Garde qu'Enfer n'ayt de nous seigneurie,
A luy n'ayons que faire ne que souldre;
Hommes, icy n'a point de mocquerie;
Mais priez Dieu que tous nous veuille absouldre.